Der Dakar 2023 markiert einen Wendepunkt für Land Rover, das mit dem Defender in der Kategorie Stock sein großes Debüt feiert. Aber erwarten Sie nicht, dass der legendäre Stéphane Peterhansel diesmal um den Sieg kämpft. Mit seinen 14 Siegen im Gepäck geht „Monsieur Dakar“ diese Ausgabe vorsichtig und strategisch an und setzt auf Erfahrung statt auf die Prototypen des Wettbewerbs.
Ein neuartiges Werkprojekt
Zum ersten Mal engagiert sich Land Rover ernsthaft beim Dakar mit einem Werkprojekt. Drei Teams stehen an der Startlinie dieser 48. Ausgabe in Saudi-Arabien. Unter ihnen Stéphane Peterhansel, das Aushängeschild des Rennens, der trotz seines legendären Status nicht den Gipfel anstrebt. Der britische Hersteller hat die Kategorie Stock gewählt, treu zu seinem DNA, und setzt einen Defender D7X-R ein, der vom Serienmodell abgeleitet ist, mit begrenzten Anpassungen, die durch die Vorschriften auferlegt werden.
Diese Entscheidung wirft Fragen auf: Welchen Leistungsunterschied kann man wirklich zwischen dieser Maschine und den Prototypen der echten Siegkandidaten erwarten? Ian James, Teamleiter, bleibt vorsichtig in Bezug auf die zukünftigen Leistungen. „Solange wir nicht unter diesen Bedingungen gefahren sind und nicht wirklich wissen, wie wir uns verhalten werden, noch wie wir das Auto erhalten müssen, um die gesamten 17 Tage durchzuhalten, wissen wir es nicht“, gesteht er.
Der Leistungsunterschied im Fokus
Die von Land Rover verfolgte Strategie ist mutig, wirft jedoch Unsicherheiten auf. Ian James erklärt, dass der Unterschied zwischen den Kategorien T2 und T1+ Ultimate nicht mehr als Sekunden pro Kilometer gemessen wird. „Werden wir schneller sein als die T1+ Ultimate? Nein, das wäre lächerlich. Aber wir werden relativ nah dran sein. Und ich denke, wir werden im Laufe des Rallyes viele Schwankungen sehen“, fügt er hinzu, sich der Herausforderungen bewusst, die sein Team erwarten.
Diese Herausforderung wird dadurch verstärkt, dass der Defender eine gewisse Integrität bewahren muss. Der Prolog von 22 km hat bereits gezeigt, dass die Strecke voller Hindernisse sein wird, mit einem ersten Defender, der 34. bei 1’15 hinter dem Sieger Mattias Ekström und Peterhansel, der den 39. Platz bei 1’19 einnimmt.
Eine Maschine zu bewahren

Stéphane Peterhansel, zurück beim Dakar, steht vor einer großen Herausforderung. Die Integrität eines Fahrzeugs zu bewahren, das ursprünglich nicht für den Wettbewerb konzipiert wurde, wird entscheidend sein. „Für uns sind es nicht der Motor oder das Gewicht, die uns am meisten behindern werden, sondern das Design eines Standardautos“, betont er.
Die Unterschiede zwischen einem Prototyp und einem Serienfahrzeug sind erheblich. „Ein Prototyp hat eine unglaubliche Widerstandsfähigkeit. Du kannst durch Löcher fahren, wo du fast den Rücken des Fahrers im Inneren verletzen würdest, aber das Auto wird den Stößen standhalten.“ Im Gegensatz dazu muss der Defender, der näher am Serienmodell ist, mit empfindlicheren Elementen umgehen. „Wir müssen langsamer fahren und darauf achten, das Material nicht zu beschädigen. Diese beiden Gründe sind hauptsächlich der Grund, warum wir weit von den Prototypen entfernt sein werden.“
Ein symbolischer Sieg
Trotz dieser Herausforderungen ist das Ziel für Land Rover klar: den Dakar zu beenden und in der Stock-Klasse auf den Sieg zu zielen, ohne zu versuchen, mit den Giganten des Wettbewerbs zu konkurrieren. „Das Hauptziel ist es, das Rallye zu beenden“, erklärt Mark Cameron, Geschäftsführer. „Dann wollen wir gut abschneiden, und wenn wir auf das Podium kommen sollten, wäre das ein unglaublicher Erfolg für unser allererstes Rennen.“
Dieser pragmatische Ansatz hebt ein langfristiges Projekt für Land Rover hervor. Die Teilnahme am Dakar ist ein Abenteuer, das das Image der Marke stärken kann, während es ihr ermöglicht, ihre Fähigkeiten unter extremen Bedingungen zu testen.
Fazit: Ein Abenteuer, das es zu verfolgen gilt
Die Rückkehr von Land Rover zum Dakar mit dem Defender ist sowohl eine Herausforderung als auch eine Gelegenheit. Indem das Team unter der Leitung von Stéphane Peterhansel eine strategische Herangehensweise wählt, hofft es nicht nur, das Ziel zu erreichen, sondern auch die Grundlagen für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zu legen. Während der Weg lang und voller Hindernisse sein wird, wird jeder gefahrene Kilometer ein Sieg für dieses britische Symbol sein.
Am Ende dieser Ausgabe des Dakar wird es interessant sein zu beobachten, wie sich der Defender gegenüber den Giganten des Rallyes positionieren wird. Die Leidenschaft und das Engagement des Teams könnten die Erwartungen neu definieren und den Weg für neue Ambitionen von Land Rover in den kommenden Jahren ebnen.


