Nach einem chaotischen Saisonstart bereitet sich Hyundai auf die Rallye Kroatien vor, die erste echte Asphaltprüfung des Jahres. Mit durchwachsenen Leistungen im Vergleich zu Toyota hofft der südkoreanische Hersteller, die Wende zu schaffen. Doch zwischen technischen Anpassungen und mangelnder Vorbereitung wird der Weg voller Hindernisse sein.
Eine schwierige Saison bisher
Hyundai hatte einen schwierigen Start in die Saison und hatte Schwierigkeiten, mit den herausragenden Leistungen von Toyota mitzuhalten. Der japanische Hersteller erzielte einen Dreifachsieg in Monte-Carlo und einen Vierfachsieg in Schweden, was entscheidende Punkte einbrachte. Hyundai konnte sich jedoch mit einem Sieg von Takamoto Katsuta bei einer Rallye in Kenia trösten, trotz sehr schwieriger Wetterbedingungen.
Auf ein Comeback in Kroatien
Die Rallye Kroatien, die am Freitag beginnt, stellt eine Gelegenheit für Hyundai dar, seinen Wert auf Asphalt zu beweisen. Dennoch ist Vorsicht geboten: Die monégassische Prüfung hatte bereits Probleme mit der Haftung der Fahrzeuge offenbart, was die Vorbereitungen für dieses Rennen entscheidend, aber kompliziert macht.
Um die Situation zu korrigieren, hat Hyundai Entwicklungen an seinen Stoßdämpfern und der Geometrie seines Fahrzeugs vorgenommen. Auch die Funktionsweise der Differenziale wurde verbessert. Allerdings hat die Absage einer Testfahrt aufgrund von schlechtem Wetter auf den Kanarischen Inseln diese Bemühungen beeinträchtigt.
Eine gestörte Entwicklung
„Wir sind etwa auf halbem Weg in [dem Entwicklungsprogramm]“, erklärte Andrew Wheatley, der Sportdirektor von Hyundai, gegenüber Motorsport.com. „Leider wurde die Dynamik durch die kurzfristige Absage einer Testfahrt etwas gestört.“
Wheatley erkennt an, dass das Team nicht so gut vorbereitet ist, wie erhofft: „Es ist nichts Dramatisches, wir versuchen nur, dieses Fenster für Einstellungen zu öffnen. Das Auto ist schnell, aber man muss wissen, wohin man gehen will.“ Dennoch bleibt er optimistisch für die zweite Saisonhälfte, die traditionell günstiger für Hyundai ist.

Hyundai kommt ohne alle erhofften Entwicklungen nach Kroatien.
Ein gemessenes Vertrauen bei den Fahrern
Thierry Neuville, der beim Shakedown die drittschnellste Zeit erzielte, zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Ich denke, wir sind uns einig, dass wir einige Fortschritte in der Kinematik gemacht haben.“ Allerdings dämpft er seine Erwartungen: „Das löst nicht zu 100 % die Probleme mit dem Gleichgewicht des Autos, aber wir haben etwas, auf dem wir aufbauen können.“
Neuville und Fourmaux zielen auf das Podium, nicht mehr
Die Ambitionen bleiben bescheiden. Neuville strebt an diesem Wochenende keinen Sieg an: „Vielleicht ist ein dritter Platz möglich.“ Adrien Fourmaux teilt dieses Ziel: „Ich denke, wir können auf dem Podium sein. Das wäre ein gutes Ergebnis, ehrlich gesagt.“

Adrien Fourmaux und Alexandre Coria hoffen auf ein Podium bei der Rallye Kroatien.
Aufschlussreiche Tests
Um die Herausforderungen besser zu verstehen, hat Neuville kürzlich Tests mit einem Hyundai von 2017 durchgeführt. Dies ermöglichte ihm zu erkennen, dass die Schwierigkeiten nicht auf die Hankook-Reifen zurückzuführen sind, sondern eher auf ein Auto, das noch an Leistung mangelt.
„Das Gefühl mit den Hankook-Reifen ist sehr gut“, versichert er. „Man schreibt oft einen großen Teil der Verantwortung den Reifen zu, aber ich denke, wir müssen mehr an dem aktuellen Auto arbeiten.“
Zusammenfassung
- Hyundai geht mit Vorsicht an die Rallye Kroatien.
- Technische Entwicklungen wurden trotz einer verkürzten Vorbereitung umgesetzt.
- Die Fahrer zielen auf ein Podium ohne Illusionen über einen sofortigen Sieg.
- Das Team setzt auf die zweite Saisonhälfte, um seine Leistungen zu verbessern.
- Die Tests offenbaren strukturelle Schwächen eher als ein Problem mit den Reifen.
