In der Welt der Formel 1 ist jede Saison wie ein neuer Teil einer spannenden Serie. Im Jahr 2026 wird Red Bull eine mutige Seite seiner Geschichte aufschlagen, indem es seine eigene Antriebseinheit in Partnerschaft mit Ford integriert. Während diese Wahl vielversprechende Synergien verspricht, wirft sie auch entscheidende Fragen zur unmittelbaren Wettbewerbsfähigkeit dieses neuen Motors auf.

Ein historischer Wendepunkt für Red Bull

Für Red Bull wird die Saison 2026 einen entscheidenden Wendepunkt markieren. Zum ersten Mal seit dem Kauf von Jaguar im Jahr 2005 wird das Team aus Milton Keynes in der F1 mit seiner eigenen Antriebseinheit antreten. Ein Ereignis, das wie ein denkwürdiger Auftritt in einem epischen Film erscheinen könnte, jedoch mit dem Risiko, dass das Publikum nicht mitkommt. Langfristig könnte diese Strategie enorme Vorteile bieten, insbesondere durch eine engere Integration zwischen Motor und Chassis. Dennoch bleiben Fragen zur Leistungsfähigkeit dieses neuen Pakets, sobald es auf die Strecke geht.

Verstappen: ein Schlüsselspieler, aber nicht der einzige Motor des Engagements von Ford

Mark Rushbrook, Direktor von Ford Performance, bestätigte, dass die internen Ziele eingehalten werden und das Projekt Red Bull Powertrains wie geplant voranschreitet. Doch die Unsicherheit über die Leistungen der anderen Motorenhersteller bleibt bestehen. Rushbrook teilt die Meinung von Toto Wolff, der der Ansicht ist, dass Red Bull-Ford als neuer Teilnehmer „den Everest besteigen“ muss mit diesem neuen Projekt. Dennoch weiß er, dass ein schleppender Start im Jahr 2026 inakzeptabel ist.

Der Manager von Max Verstappen, Raymond Vermeulen, erklärte, dass die Saison 2026 entscheidend für die langfristige Zukunft des Niederländers sein wird, während der Fahrermarkt für 2027 relativ offen zu sein scheint. Tatsächlich hat Verstappen im Jahr 2025 einen beeindruckenden Aufstieg in der Fahrerwertung vollzogen und war kurz davor, den Titel gegen Lando Norris und Oscar Piastri zu gewinnen.

Im Jahr 2025 hat Max Verstappen einen beeindruckenden Aufstieg in der Fahrerwertung vollzogen, nur wenige Punkte vom Titel entfernt gegen Lando Norris und Oscar Piastri.

Vor einem Jahr, als die Zukunft von Verstappen zur Debatte stand, hatte Rushbrook bereits klargestellt, dass das Engagement von Ford in der Formel 1 nicht von einem einzigen Fahrer abhängt. Sicherlich ist Verstappen ein generationenübergreifendes Talent, und einen Champion am Steuer eines von einem Red Bull Ford-Motor angetriebenen Autos zu haben, ist entscheidend. Dennoch betont Rushbrook, dass das Team und das Projekt unabhängig von der Anwesenheit einer einzelnen Person stark sein müssen.

„Max ist ein Schlüsselspieler, aber nicht so weit, dass wir sagen würden, wenn er das Team verlässt, würden wir auch gehen. Wir haben Vertrauen in das Projekt und wissen, dass andere talentierte Fahrer in Zukunft zum Team stoßen werden.“

Was braucht es, um Verstappen zu überzeugen, zu bleiben?

Das ideale Szenario für Ford wäre, Max Verstappen über 2026 hinaus zu halten, und das Unternehmen weiß genau, was das bedeutet. „Als Wettbewerber ist unser Ziel, zu gewinnen, egal was passiert. Es ist daher entscheidend, auf der Strecke leistungsfähig zu sein. Wir wissen, dass 2026 ein schwieriges Jahr für das gesamte Paddock aufgrund der neuen Regelungen sein wird. Unabhängig vom Fahrer ist es entscheidend, dass das Team bereit ist“, betont Mark Rushbrook.

Auf die potenziellen Auswirkungen einer unsicheren Situation für Verstappen und einen sehr offenen Fahrermarkt angesprochen, bleibt Rushbrook standhaft: „Meine Aussagen beziehen sich nicht auf Max. Unsere Absicht ist klar: Wir gehen mit dem Ziel auf die Strecke, zu gewinnen.“

Max Verstappen und Gianpiero Lambiase, sein Renningenieur.

Diese Ambition unterscheidet sich deutlich von der Strategie von Audi, die darauf abzielt, bis 2030 um den Weltmeistertitel zu kämpfen. Der Unterschied zwischen den Zeitplänen von Red Bull-Ford und Audi ist frappierend. Rushbrook reagiert: „Wir befinden uns nicht in der gleichen Situation. Red Bull hat bereits sein Potenzial unter Beweis gestellt, und das wird sich 2026 zeigen.“

„Wir werden sehen, wo wir wirklich stehen in Barcelona und dann in Bahrain. Was auch immer passiert, unser Ziel ist es, an der Spitze zu sein. Die Herausforderung einer völlig neuen Antriebseinheit ist enorm, aber das ist unsere Absicht.“

Ein Team mit vielfältigen Profilen

Das Projekt Red Bull Powertrains zeichnet sich durch die Vielfalt seiner Profile aus. Neben den langjährigen Mitarbeitern von Red Bull und Ford umfasst das Team auch Neueinstellungen von Honda, dem ehemaligen Motorpartner von Red Bull, sowie Transfers von Mercedes High Performance Powertrains. Diese Vielfalt ermöglicht es, verschiedene Fachkenntnisse zu kombinieren, aber die eigentliche Herausforderung besteht darin, Mitarbeiter mit sehr unterschiedlichen Hintergründen zusammenarbeiten zu lassen.

Red Bull Ford Powertrains Motor.

Mark Rushbrook erklärt: „Es geht darum, eine gemeinsame Kultur zu entwickeln, während die etablierten Motorenhersteller bereits ihre eigene haben. Hier musste man von der bestehenden Kultur am Standort Milton Keynes ausgehen und Personen von außen integrieren. Der Übergang von einem Powertrains-Team von null auf über 500 Mitarbeiter erfordert, dass diese Kultur akzeptiert und vollständig geteilt wird.“

Max Verstappen hat sich sehr in das Projekt eingebracht. Seine Teilnahme ist nicht nur wichtig für technische Rückmeldungen zur Handhabung des neuen Motors, sondern auch ein starkes Signal für das gesamte Werk. „Er hat die Einrichtungen mehrfach besucht. Es ist sehr positiv für das Team, sein Interesse und seine Präsenz zu sehen. Zu zeigen, dass er sich um das Projekt kümmert, ist von großer Bedeutung.“

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