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Alfa Romeo plant Giulia und Stelvio mit mehreren Antrieben statt E-Zwang

Alfa Romeo zieht bei Giulia und Stelvio die Linie neu: Die nächste Generation soll nicht abrupt auf reinen Elektroantrieb umgestellt werden. Stattdessen hält die Marke auch Hybrid- und Verbrennerlösungen im Spiel – ein Hinweis darauf, dass man den Markt lieber abholt, als ihn zu überholen.

alfa romeo stelvio quadrifoglio collezione 2025

Bei Alfa Romeo geht es damit nicht um ein neues Etikett für den Antriebsstrang, sondern um mehr Spielraum in einer ohnehin anspruchsvollen Phase. Für Giulia und Stelvio bedeutet das: Die kommenden Generationen werden nicht auf eine einzige Lösung festgelegt, sondern sollen je nach Markt mit unterschiedlichen Antrieben angeboten werden.

Mehr Flexibilität für die nächsten Modelle

Markenchef Santo Ficili hat die Richtung gegenüber Autocar klar umrissen: Alfa Romeo will die künftigen Giulia und Stelvio nicht in ein zu enges technisches Korsett zwängen. BEV, ICE und PHEV bleiben als Optionen auf dem Tisch, weil die Nachfrage je nach Region und Kundengruppe weiter auseinandergeht.

Das ist kein Rückzug von der Elektrifizierung, eher eine Korrektur der Taktik. Im Premiumsegment zählt nicht nur die Technik, sondern auch die Akzeptanz im Markt. Wer zu früh zu hart umstellt, riskiert, am Kunden vorbeizuplanen.

STLA Large schafft Chancen, aber auch Verzögerungen

Grundlage der neuen Giulia und Stelvio wird die STLA Large. Die Plattform ist zwar stark auf Elektroantriebe ausgelegt, lässt sich aber auch mit Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Lösungen kombinieren. Genau daraus zieht Alfa Romeo nun mehr Freiheit für die Produktplanung.

Ganz ohne Nebenwirkungen bleibt das nicht. Die technische Neuausrichtung hat zusätzlichen Aufwand erzeugt, entsprechend hat sich der Zeitplan verschoben. Im Wettbewerb mit der etablierten deutschen Konkurrenz ist das heikel, denn BMW 3er, Mercedes-Benz C-Klasse, BMW X3 und Mercedes-Benz GLC sind längst gesetzt und verfügen über eine breite Datenbasis im Markt.

Auch bei den Dimensionen dürfte sich etwas tun

Nach jetzigem Stand sollen beide Baureihen wachsen. Bei der Giulia würde das mehr Präsenz in der oberen Mittelklasse bedeuten, beim Stelvio könnte der Schritt nach oben im SUV-Umfeld zusätzliche Wirkung entfalten.

Mehr Größe ist allerdings nur dann ein Vorteil, wenn das Auto seine Eigenständigkeit behält. Gerade Alfa Romeo steht unter Zugzwang, Fahrwerk, Lenkgefühl und Bremsstabilität so zu treffen, dass der Charakter nicht im Komfortkompromiss verloren geht. Sonst bleibt von der größeren Karosserie vor allem mehr Blech übrig.

Verbrenner, Hybrid und Elektro: Alfa Romeo setzt auf mehrere Wege

Für die Einstiegsversionen werden laut den bisherigen Informationen weiterhin Vierzylinder mit Turbo und Mildhybridisierung erwartet. Bei den Plug-in-Hybriden ist von einer Kombination aus 1,6-Liter-Motor und E-Maschine an der Hinterachse die Rede, ein Aufbau, der sich auch in anderen STLA-Varianten abzeichnet.

Unterm Strich wirkt das weniger spektakulär als planvoll. Alfa Romeo hält sich so mehrere Türen offen und vermeidet es, Kunden in Märkten mit anderer Infrastruktur zu früh zu verlieren. Entscheidend wird sein, ob Giulia und Stelvio trotz dieser breiten Antriebsstrategie ihren Anspruch als fahraktive Alfa behalten. Genau daran wird sich die neue Generation messen lassen müssen.

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