BMW feiert 50 Jahre Helme und bringt System 8

Motorrad‑News

BMW Motorrad markiert sein 50-jähriges Helm-Jubiläum und stellt die achte Generation des System Helmet vor: System 8 in einer Carbon- und einer Glas‑Aramid‑Version. Mehr als ein Geburtstagsakt ist das neue Modell eine Antwort auf die veränderten Sicherheitsanforderungen (ECE 22-06), die Integration von MIPS und den Wunsch vieler Tourer, mit geöffnetem Kinnteil weiterzufahren.

Intro — Der Kern: Modularhelme sind noch zeitgemäß

Klapphelme gelten nicht als Nostalgieprodukt der Fernreise, sondern bleiben ein technischer Kompromiss mit klaren Vorteilen. Das System 8 verfolgt die Strategie: Gewicht reduzieren, Rotationsschutz verbessern (MIPS Integra TX®), die Vorgaben der ECE 22-06 erfüllen und die Möglichkeit erhalten, mit geöffnetem Kinnteil zu fahren. Kurz gesagt: moderne Sicherheit ohne Verzicht auf Alltagstauglichkeit.

50 Jahre in Etappen: wie BMW den Modularhelm geprägt hat

Ausgehend vom „RÖMER“ von 1975 — einem leichten Integralhelm aus Fiberglas mit gesicherter Kinnriemenbefestigung — zeigt die Historie eher Fortschritte in Details als große Marketing‑Epochen. Aerodynamik (System II, III), neue Verbundwerkstoffe (System 4), strengere Homologationen (System 4 EVO, 4 Elite) und seit den 2000er-Jahren die Integration von Kommunikationslösungen und Schallschutz sind die markanten Schritte. Ergebnis: Stabilität, Komfort und einfache Wandlung zwischen Integral- und Open‑Betrieb sind heute ebenso wichtig wie Aufprallschutz.

System Helmet 8 : was BMW konkret bietet

Das System 8 erscheint in zwei Schalen: als System 8 Carbon (Composite aus Carbon‑Aramid‑Glas) und in einer weniger exklusiven Glas‑Aramid‑Composite-Version. Beide Ausführungen sind ECE 22-06 zertifiziert und nutzen ein mehrschichtiges EPS‑Innensystem mit verschiedenen Dichten. Technisch hervorzuheben: die Carbon‑Variante ist mit MIPS Integra TX® bestückt, um Rotationsbeschleunigungen bei schrägen Treffern zu reduzieren. Weiter an Bord: Doppelvisier mit Pinlock 200, überarbeitete Belüftung, sehr kompakter, multi‑gelenkiger Mechanismus und die Homologation für Fahrten mit geöffnetem Kinnteil.

Warum ECE 22-06 die Sicherheitsdiskussion verschiebt

ECE 22-06 bewertet nicht mehr nur lineare Aufpralle, sondern bezieht besser schräge Schläge und Rotationsbelastungen ein. Für Hersteller bedeutet das: Innere Struktur, EPS‑Dichten, Polsterungen und Anti‑Rotationssysteme müssen neu gedacht werden. Die Integration von MIPS im System 8 ist eine direkte Antwort darauf, weil sie die Rotationsbeschleunigung im Aufprallfall vermindern kann. Dennoch gilt: Zertifikat ersetzt nicht das richtige Anpassen — zwei Schalen-Größen und ein OEKO‑TEX® Innenfutter helfen, aber Probetragen bleibt Pflicht.

Im Alltag: Komfort, Kommunikation und Modularität

Das System 8 bleibt klar auf Touring ausgerichtet: offenes Kinnteil möglich, wirksamer Spoiler für Stabilität mit geschlossenem Kinnteil und optimierte aeroakustische Details. Bei der Vernetzung setzt BMW auf Kompatibilität mit ConnectedRide COM P1 — erwartbar für reisefreudige Techniker. Varianten wie getönte oder verspiegelt Visiere und die Vorbereitung für Intercom‑Module zeigen, dass das Gerät eher lange Etappen als reine Performance im Blick hat.

Grenzen und noch offene Angaben

Der Marktstart ist für Mai 2026 angekündigt, doch BMW nennt bislang weder offizielle Gewichte noch Preise für System 8 und System 8 Carbon — entscheidende Größen, um den Mehrwert der Carbon‑Option zu bewerten. Ebenso fehlen Angaben zu Kosten für MIPS oder dem ConnectedRide‑Paket. Und: ECE 22-06 und Kinnteil‑Freigabe sind wichtig, ersetzen aber nicht unabhängige Praxisprüfungen, etwa zu Geräuschpegeln oder Belüftungsverhalten im Stadtverkehr.

In Kürze: Was zu merken bleibt

  • BMW feiert 50 Jahre Helmentwicklung und bringt das System Helmet 8 (System 8 Carbon und Glas‑Aramid‑Version).
  • System 8 ist ECE 22-06 zertifiziert; die Carbon‑Variante nutzt MIPS Integra TX® zur Reduktion rotatorischer Kräfte.
  • Homologation für Fahrten mit geöffnetem Kinnteil, Doppelvisier mit Pinlock 200 und Kommunikationsoptionen (COM P1).
  • Marktstart Mai 2026; offizielle Gewichte und Preise sind noch nicht bekannt — wichtige Punkte zum Beobachten.
  • Adressiert vor allem routinierte Tourer: Vielseitigkeit, Komfort und moderne Sicherheit statt Renncharakter.

Fazit: Für wen? Für den Fahrer, der die Praktikabilität eines Modularhelms will, ohne auf zeitgemäße Sicherheitsstandards zu verzichten. Risiken: fehlende Angaben zu Preis und Masse bremsen die Beurteilung des Carbon‑Vorteils. Empfehlung: Alternativen prüfen — andere Hersteller bieten ebenfalls modulare Helme mit ECE 22-06 und MIPS; Longruns, unabhängige Tests und Messungen zum Geräuschpegel sollten die Kaufentscheidung begleiten.

Über das Redaktionsteam

Das AutoMania Editorial Team ist ein unabhängiges Kollektiv von Auto-Enthusiasten. Als Freiwillige teilen wir ein gemeinsames Ziel: die Nachrichten einzuordnen, die Geschichten zu erzählen, die die Autokultur begeistern, und klare, nützliche Inhalte zu veröffentlichen, die für alle zugänglich sind.

Ähnliche Artikel