Der GPL, ein Kraftstoff, der viele Autofahrer begeistert hat, steht heute an einem entscheidenden Wendepunkt. Während die Verkaufszahlen zu prosperieren scheinen, schwebt ein Schatten über seiner Zukunft. Tatsächlich könnte der GPL bis 2030 in Vergessenheit geraten. Warum dieser Umschwung? Ein Blick in die Welt dieses vom Aussterben bedrohten Kraftstoffs.

Eine gemischte Bilanz für den GPL
Die GPL-Fahrzeuge erfreuen sich weiterhin eines gewissen Erfolgs. In Europa sind die Verkaufszahlen 2025 um 10 % gestiegen, insbesondere dank der Renault-Gruppe und ihrer Marke Dacia. Dennoch erklärte Frank Marotte, Verkaufsleiter von Dacia, kürzlich in Automotive News Europe, dass der GPL über 2030 hinaus keine kommerzielle Lösung darstellen kann. Eine Aussage, die wie ein Donnerschlag in einem bis dahin klaren Himmel klingt.

Der Grund für diese besorgniserregende Feststellung liegt in den neuen europäischen Vorschriften zu den CO2-Emissionen. Während der Übergang zur Elektromobilität langsam voranschreitet, scheint er dennoch unvermeidlich. Der GPL könnte also nur ein vorübergehender Schritt sein, eine Übergangstechnologie vor dem großen Sprung zur Elektromobilität.
Die Akteure, die weiterhin im GPL engagiert sind
Im Moment bleibt der GPL eine interessante Option für Autofahrer. An der Tankstelle ist er günstiger als Benzin, und die Bi-Kraftstoffmodelle ermöglichen eine bessere Reichweite, während sie die CO2-Emissionen um etwa 10 g/km reduzieren. Dennoch glauben nur wenige Hersteller weiterhin an diese Technologie. Dacia ist führend und bietet direkt in der Fabrik entwickelte Benzin-GPL-Versionen in seiner gesamten thermischen Modellpalette an.
Emblematische Modelle wie der Sandero Stepway, der Duster, der Jogger und die Logan dominieren die GPL-Zulassungen in Europa. 2025 wurden auf dem Kontinent etwa 347.717 GPL-Fahrzeuge verkauft, wobei Renault unangefochtener Marktführer mit 89 % Marktanteil ist. Italien belegt mit 141.147 verkauften Einheiten den ersten Platz, gefolgt von Spanien und Frankreich, während Rumänien dank der Beliebtheit der Dacia-Modelle ein beeindruckendes Wachstum von 47 % verzeichnete.

Dacia Sandero Stepway (2026)

Restylage de la Dacia Jogger (2026)
Foto Di: Dacia
Andere Hersteller wie DR Automobiles erkunden weiterhin das Segment des GPL mit Modellen wie dem DR 3.0, DR 5.0 und DR 6.0. Auch einige Angebote von Hyundai und Kia sind zu finden, hauptsächlich bei kompakten Modellen wie dem Bayon und der Picanto. Weniger bekannte Marken wie DFSK und EMC ergänzen dieses Angebot mit GPL-SUVs und Crossover, die spezifische Nischen ansprechen.
Der GPL, eine Lösung für die Zukunft?
Angesichts dieses unsicheren Kontexts stellt sich die Frage: Wenn ich heute ein Auto kaufen muss, ist es noch sinnvoll, den GPL zu wählen? Obwohl dieser Kraftstoff eine der wirtschaftlichsten Lösungen für die Fortbewegung bleibt, ist es entscheidend, die Vor- und Nachteile abzuwägen.
Der GPL ist tatsächlich günstiger als Benzin und seine Technologie ist erprobt. Für diejenigen, die jährlich viele Kilometer zurücklegen, insbesondere außerhalb der großen Ballungsräume, können die Einsparungen an der Tankstelle weiterhin erheblich sein. Aber Vorsicht, denn langfristig wird die Situation komplizierter.
Die kürzliche Entscheidung der Europäischen Kommission, das Ziel zur Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2035 auf 90 % zu erhöhen, öffnet eine angelehnte Tür für bestimmte Verbrennungsmotoren, insbesondere für Plug-in-Hybride und Reichweitenverlängerer. Der GPL, obwohl er weniger CO2 als Benzin ausstößt, bleibt ein fossiler Brennstoff und wird es schwer haben, sich langfristig unter den bevorzugten Lösungen durchzusetzen.
Ab 2030, mit deutlich strengeren durchschnittlichen Flottenemissionsgrenzen, könnte sein Vorteil für die Hersteller unzureichend werden, was zu einem schrittweisen Rückgang des Angebots führen könnte. Die Investitionen in die Elektromobilität sind mittlerweile klar auf hybride und elektrische Technologien ausgerichtet, die den Großteil des Marktes von morgen erfassen sollten.
Ein Erbe im Rückgang
Der GPL hat seine Wurzeln tief in der Automobilgeschichte. Das Jahr 1910 wurde als das Jahr festgelegt, in dem der GPL als Kraftstoff entdeckt wurde, dank des amerikanischen Chemikers Walter Snelling, der sein Potenzial erkannte. Die ersten umgerüsteten Fahrzeuge entstanden in den 1920er und 1930er Jahren, während die ersten Serienmodelle mit GPL erst ab den 1990er Jahren auf den Markt kamen. Heute, während diese Technologie einer ungewissen Zukunft entgegenblickt, ist es wichtig, sich an ihren Einfluss auf die Automobilindustrie zu erinnern.
Coverfoto: Das Jahr 1910 wurde als das Jahr festgelegt, in dem der GPL als Kraftstoff geboren wurde (der amerikanische Chemiker Walter Snelling erkannte sein Potenzial). Die ersten umgerüsteten Fahrzeuge stammen aus den 1920er und 1930er Jahren, und die ersten Serienfahrzeuge mit GPL aus den 1990er Jahren.



