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Porsche Macan mit Verbrenner: Produktion endet diesen Monat

Der letzte Vorhang für den Verbrenner-Macan

Nach über einem Jahrzehnt treuer Dienste rollt der letzte Porsche Macan mit Benzinmotor Ende Juli 2024 vom Band. Was einst als „Sportwagen unter den SUVs“ gefeiert wurde, muss nun dem elektrischen Zeitgeist weichen. Doch dieser Abschied ist keine triumphale Übergabe, sondern eher ein bitterer Beigeschmack, der Porsche noch länger verfolgen dürfte.

Schon seit einiger Zeit ist der Macan in Europa nur noch als Elektroauto erhältlich, da er die strengen Sicherheitsvorschriften für neue Fahrzeuge (GSR2) nicht mehr erfüllte. Nun zieht Porsche weltweit den Stecker für seinen Bestseller mit Verbrennungsmotor. Das Ende einer Ära, die für Zuffenhausen mehr als nur ein Modellwechsel bedeutet.

Ein strategischer Fehlgriff mit Folgen

Die Entscheidung, den Macan mit Verbrennungsmotor ersatzlos zu streichen, war offenbar eine Fehleinschätzung mit Ansage. Konzernchef Oliver Blume und der damalige Porsche-Vorstand hatten gehofft, dass die Kunden nahtlos auf die rein elektrische zweite Generation umsteigen würden. Doch die Realität sah anders aus: Der Elektromodell verkaufte sich zwar im vergangenen Jahr besser als der Verbrenner (45.367 zu 38.961 Einheiten), doch die Daten aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigen ein klares Muster: Von den 35.315 ausgelieferten Macans waren 19.695 Benziner, während nur 15.620 rein elektrisch fuhren. Hätte man den Verbrenner in Europa weiter anbieten dürfen, wäre dieser Abstand wohl noch deutlicher ausgefallen.

„Wir lagen beim Macan falsch. Auf Basis der damals verfügbaren Daten und unserer Einschätzung der Märkte würden wir dieselbe Entscheidung noch einmal treffen. Heute ist die Situation eine andere. Wir haben reagiert und ergänzen Verbrenner und Hybride.“

Diese späte Einsicht kommt für den aktuellen Macan zu spät, doch sie erklärt die Strategieänderung bei Porsche. Man hat erkannt, dass die Kunden nicht immer den schnellsten Weg in die Elektromobilität gehen wollen oder können. Der Markt verlangt nach Alternativen, und Porsche ist nun gezwungen, diese Lücke zu füllen.

Die Nachschub-Strategie für den US-Markt

Um die Nachfrage in den USA zu bedienen, hat Porsche nach dem Produktionsende in Europa vorsorglich Fahrzeuge auf Lager gelegt. Diese Bestände sollen voraussichtlich bis ins Jahr 2027 reichen. Dies zeigt die anhaltende Beliebtheit des Verbrenner-Macans, selbst am Vorabend seines globalen Aus. Es ist ein klares Signal, dass die Elektrifizierung nicht für jeden Kunden die erste Wahl ist und Porsche hier flexibel reagieren muss, um seine Marktposition zu halten.

Ein neuer Name für eine neue Ära

Ein direkter Nachfolger für den Macan mit Verbrennungsmotor ist vorerst nicht geplant. Porsche arbeitet zwar an einem neuen kompakten SUV mit Benzin- und Hybridantrieb, dessen Markteinführung wird jedoch erst für 2028 erwartet. Und dieser wird unter einem anderen Namen antreten. Die Bezeichnung „Macan“ behält sich Porsche exklusiv für die vollelektrische Variante vor. Ein strategischer Schachzug, um die unterschiedlichen Antriebskonzepte klar voneinander abzugrenzen und den Kunden eine deutliche Wahlmöglichkeit zu bieten.

Technisch verwandt, aber doch ein echter Porsche

Der neue Benziner-SUV wird, ähnlich wie der aktuelle Macan, technisch eng mit dem Audi Q5 verwandt sein. Doch Porsche-CEO Michael Leiters betont, dass es mehr sein wird als nur ein umgelabelter Audi. „Wir müssen sicherstellen, dass dies ein echter Porsche wird. Und dafür braucht es Inhalte, Produktsubstanz und Technologie, die bei diesem Auto neu sind“, so Leiters. Das bedeutet, dass trotz der gemeinsamen Plattform viel Eigenständigkeit in Sachen Fahrwerk, Motorabstimmung und Interieur zu erwarten ist, um das typische Porsche-Fahrgefühl zu gewährleisten.

Lücken im Sportwagen-Portfolio

Der Macan ist nicht das einzige Modell, das Porsche mit Verbrennungsmotor auslaufen lässt. Bereits im vergangenen Oktober wurde die Produktion des 718 Boxster und Cayman eingestellt. Auch hier gibt es derzeit keinen unmittelbaren Nachfolger. Die zweitürigen Sportwagen sollen zwar später in diesem Jahrzehnt mit Verbrenner- oder Hybridantrieb zurückkehren, doch bis dahin klaffen spürbare Lücken im Portfolio. Dies unterstreicht die Herausforderungen, denen sich Porsche bei der Umstellung auf neue Antriebstechnologien gegenübersieht, insbesondere im Segment der kleineren und sportlicheren Fahrzeuge.

Der Ausblick: Strategie 2035 und die Rolle der Verbrenner

Porsche wird im Herbst weitere Details zu seiner zukünftigen Modellpalette im Rahmen der Strategie 2035 bekannt geben. Angesichts der Verkaufszahlen des aktuellen Macan ist klar, dass der Nachfolger des Verbrenner-Modells eine deutlich größere Rolle spielen wird als die Nachfolger der 718-Modelle. Die Nachfrage nach solchen Fahrzeugen ist ungebrochen, und Porsche muss einen Weg finden, diese zu bedienen, ohne seine Elektrifizierungsziele zu gefährden. Die Balance zwischen Verbrennern, Hybriden und reinen Elektroautos wird entscheidend für den zukünftigen Erfolg der Marke sein.

Was bleibt vom Macan mit Verbrenner?

  • Abschied einer Ära: Der letzte Porsche Macan mit Verbrennungsmotor verlässt Ende Juli 2024 die Produktionshallen.
  • Strategischer Irrtum: Die Annahme eines nahtlosen Übergangs zur Elektromobilität hat sich als Fehleinschätzung erwiesen.
  • Marktanteile gesichert: Porsche legt Bestände für den US-Markt an, um die Nachfrage bis 2027 zu bedienen.
  • Neuer Name, neue Chance: Ein Nachfolger mit Verbrenner/Hybridantrieb kommt frühestens 2028 und wird unter neuem Namen vermarktet.
  • Technik-Plattform: Die technische Basis wird weiterhin mit dem Audi Q5 geteilt, aber Porsche will eigene Akzente setzen.
  • Lücken im Portfolio: Ähnlich wie beim Macan gibt es auch bei den 718 Modellen vorerst keine direkten Nachfolger mit Verbrennungsmotor.
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