Am Ende der ersten Woche des gemeinsamen Fahrens der Formel 1 2026 erwacht die Welt des Motorsports zu den ersten Eindrücken der Fahrer. Während die Haas-Fahrer in Bezug auf Überholmanöver zurückhaltend sind, vertritt ihr Kollege bei Mercedes, George Russell, eine völlig gegensätzliche Meinung. Der große Zirkus der F1 ist gestartet, und die Meinungen gehen, wie so oft in diesem Hochgeschwindigkeitsuniversum, auseinander.

Aufschlussreiche, aber nuancierte Tests

Am Montag fanden parallel zwei Medienereignisse statt: Auf der einen Seite äußerten sich die Fahrer des Haas-Teams zu ihren Rückmeldungen nach den privaten Tests in Barcelona, und auf der anderen Seite kündigten die Mercedes-Fahrer den offiziellen Start ihrer Saison an. Motorsport.com konnte beiden Treffen beiwohnen, bei denen ein brennendes Thema aufkam: die Leichtigkeit, anderen Fahrzeugen zu folgen und sie zu überholen. Mit der Regulierung 2026, die darauf abzielt, den aerodynamischen Abtrieb um 15 bis 30 % und den Luftwiderstand um etwa 40 % zu reduzieren, hoffte man auf eine signifikante Verbesserung. In den vorherigen Jahren hatte sich das Fahrverhalten der nachfolgenden Autos allmählich verschlechtert, was für Fans von Nervenkitzel alarmierend war.

Ein vielversprechender, aber noch verbesserungswürdiger „Overtake“-Modus

Diese neue Regulierung beschränkt sich nicht auf eine einfache Reduzierung des Abtriebs. Die Abschaffung des DRS, wie wir es seit 2011 kannten, wird durch die Einführung eines „Overtake“-Modus kompensiert. Dieser Modus ermöglicht es den Fahrern, länger von einer maximalen elektrischen Leistung zu profitieren, wenn sie sich weniger als eine Sekunde von einem rivalisierenden Auto entfernt befinden. Das hätte die Überholmanöver erleichtern sollen, aber die ersten Rückmeldungen der Haas-Fahrer scheinen nicht so optimistisch zu sein wie erwartet.

Esteban Ocon teilte seine ersten Eindrücke mit einem vorsichtigen Ton: „Ich habe einigen Autos gefolgt. Es scheint, als würden wir ziemlich viel Abtrieb an der Vorderachse verlieren, vielleicht ein bisschen mehr als zuvor.“ Er fügte hinzu, dass er den Overtake-Modus ausprobiert habe, aber keine voreiligen Schlüsse ziehen wollte: „Er muss angepasst und optimiert werden, um perfekt zu funktionieren.“ Ein erster Eindruck, der darauf hindeutet, dass der Weg zu spannenderen Rennen noch mit Hindernissen gespickt ist.

Die Schlacht der Wahrnehmungen: Ocon und Russell über die Überholbarkeit im Jahr 2026

Oliver Bearman, sein Teamkollege, teilte dieses gemischte Gefühl: „In Bezug auf das Folgen, Überholen und alles andere hatte ich nicht wirklich ein starkes Gefühl zu diesem Thema.“ Er bemerkte, dass „es ein bisschen schwieriger war, zu folgen“, und hob einen bemerkenswerten Wechsel im Gleichgewicht des Autos je nach Luftbedingungen hervor.

Russell, der Optimist von Mercedes

Die Schlacht der Wahrnehmungen: Ocon und Russell über die Überholbarkeit im Jahr 2026

Am anderen Ende des Spektrums hat George Russell, am Steuer seiner Mercedes W17, einen entschieden positiven Ansatz. Als er zu diesem entscheidenden Thema befragt wurde, gestand er: „Es scheint tatsächlich einfacher zu sein, zu folgen, insbesondere in schnellen Kurven.“ Für ihn spielt die Reduzierung des aerodynamischen Abtriebs eine Schlüsselrolle: „Wir nehmen die Kurven langsamer, also gibt es natürlich weniger Turbulenzen.“

Russell bemerkte auch, dass diese neuen Monoposti ein authentischeres Fahrgefühl vermitteln: „Sie fühlen sich ein bisschen mehr wie Rennwagen an. Die vorherigen Monoposti waren zu groß; man hatte das Gefühl, einen Bus in diesen Kurven zu fahren.“ Diese optimistische Sichtweise könnte gut mit einem positiven Trend im Paddock übereinstimmen, aber es wird noch Zeit brauchen, um zu bestätigen, ob diese neue Regulierung tatsächlich die Rennen spannender machen wird.

Eine Zukunft, die es zu klären gilt

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass während einige Fahrer ihre Zweifel an den Überholmöglichkeiten unter der neuen Regulierung 2026 äußern, andere, wie Russell, bereits bemerkenswerte Verbesserungen sehen. Diese Meinungsverschiedenheit fügt der kommenden Saison nur eine weitere Schicht der Aufregung hinzu. Die ersten Tests haben vielleicht noch nicht das gesamte Potenzial dieser neuen Monoposti offenbart, aber eines ist sicher: der Wettbewerb wird immer so eng sein, und die Spannung auf ihrem Höhepunkt.

Es wird also abzuwarten bleiben, ob die Versprechen der Regulierung Wirklichkeit werden. In der Zwischenzeit arbeiten die Teams weiterhin daran, ihre Einstellungen zu verfeinern und ihre Strategien anzupassen, um ihre Leistung zu maximieren. Jede Kurve, jedes Überholmanöver könnte der Schauplatz eines spannenden Dramas sein, wie es in der Formel 1 oft der Fall ist.

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