Nach titanischen Arbeiten hat das M24, das neue Museum des Motorsports, seine Pforten in Le Mans wieder geöffnet. Mehr als eine einfache Renovierung ist es eine komplette Neugestaltung, die darauf abzielt, es zur weltweiten Referenz zu machen, weit über die 24 Stunden hinaus, die seinen Ruhm begründeten.
Le Mans, Motorsport-Weltkapitale: Eine kühne Wette
Nach fast einem Jahr Schließung und einer kolossalen Baustelle hat das M24 – Musée du Sport automobile seine Türen wieder geöffnet, direkt neben der mythischen Rennstrecke der Sarthe. Es handelt sich nicht um eine einfache Auffrischung, sondern um eine echte Neuerfindung. Das alte Museum der 24 Stunden von Le Mans weicht einem Raum, der den gesamten Motorsport umfasst, mit einem klaren Ziel: die weltweite Referenz in diesem Bereich zu werden.
Pierre Fillon, Präsident des Automobile Club de l’Ouest (ACO), verbirgt seinen Stolz und die Aufregung des „großen Tages“ nicht. „Dies ist die Vollendung eines langen Projekts“, vertraut er an. „Seine Realisierung in neun Monaten war eine tägliche Herausforderung für die Teams.“ Das Ziel war klar: Das Museum sollte pünktlich fertig sein, wie ein Rennwagen, der am Samstagnachmittag um 16 Uhr startet.
Der neue Name M24 und seine erweiterte Ausrichtung zeugen von diesem Willen zur Öffnung. „Wir waren wirklich davon überzeugt, dass Le Mans legitimiert ist, das zu schaffen, was es heute nicht gibt: das Museum des Motorsports“, erklärt Fabrice Bourrigaud, der Direktor des Museums. „Wir sind in Le Mans, bekannt für die 24 Stunden, auf einer der drei berühmtesten Rennstrecken der Welt. Wir stellen uns das erste moderne Rennen des mechanischen Sports im Jahr 1906 vor, also war Le Mans der ideale Ort.“ Die Wette war gewagt: vor der Ausgabe 2026 wiedereröffnen, nach einer Schließung nach 2025, um die große Messe von Le Mans nicht zu verpassen.

Doppelte Fläche für totale Immersion
Die sichtbarste Veränderung ist zweifellos die Verdoppelung der Fläche von 5.000 m² auf 10.000 m². Dieser neu gestaltete Raum ermöglicht einen entschieden modernen und immersiven Ansatz. Der Besucher wird eingeladen, die Chronologie einer Woche der 24 Stunden von Le Mans zu durchlaufen, von den Schauern des Starts bis zu denen der Nacht, bevor er andere Königsklassen wie die Formel 1, IndyCar, Rallye und sogar Motorrad entdeckt.
„Früher hatten wir kaum hundert Autos, jetzt sind es insgesamt rund 130“, präzisiert Fabrice Bourrigaud. „Wir wollten sie besser inszenieren, Geschichten erzählen. Ein Museum muss Geschichten erzählen, also sind wir immersiver. Die Idee war, Emotionen und Empfindungen zu vermitteln.“ Die Arbeit des Szenografen Raphaël Daguet sowie die Bedeutung, die dem Licht beigemessen wird, verwandeln die ausgestellten Autos in echte Kunstwerke, die auf dem Asphalt platziert sind.

Legenden vereint: Schumacher und Pescarolo Seite an Seite
Das neue M24 steckt voller Schätze, die ein unvergessliches Erlebnis versprechen. Die Liebe zum Detail ist frappierend, bis hin zu einem Boden, der den Belag der Rennstrecke von Le Mans originalgetreu wiedergibt. Jeder Bereich birgt seine Überraschungen, mit lebensgroßen Dioramen und einer beeindruckenden „Materialbibliothek“.
Dank der Investition von Richard Mille, der Meisterwerke aus seiner Sammlung teilte, und der Millionen Archivfotos des ACO steht die Authentizität im Vordergrund. Die „Allée des Héros“ beleuchtet insbesondere zwei ikonische Persönlichkeiten: Michael Schumacher und Henri Pescarolo, die unter einem Dach vereint sind. Schumachers Ferrari F2002, mit dem er dominierte, steht neben seltenen Stücken wie dem Bentley-Siegerauto von 1924.

Fabrice Bourrigaud tut sich schwer, sein Lieblingsteil auszuwählen: „Wählen heißt verzichten!“. Er nennt gerne den Rondeau, ein Symbol des lokalen Helden, der Porsche und Jacky Ickx schlug, Jacky Ickx‘ Ferrari von 1970 oder die Erfolge von Sébastien Loeb in der Rallye. Die Sammlung, die 400 Autos erreichen könnte, soll sich weiterentwickeln, mit geplanten Rotationen von Stücken und temporären Ausstellungen ab 2027.
Das M24 hofft nun, schnell die Marke von 300.000 Besuchern pro Jahr zu überschreiten und sich als unverzichtbarer Ort für alle Motorsportfans zu etablieren, egal ob aus der Region oder aus aller Welt.
Das neue M24 in Bildern
- Weltweite Ambition: Das M24 positioniert sich als Referenzmuseum für den internationalen Motorsport.
- Express-Baustelle: Das in weniger als einem Jahr realisierte Museum wurde komplett neu konzipiert.
- Doppelte Fläche: Die Fläche vergrößert sich von 5.000 auf 10.000 m² für eine bessere Inszenierung.
- Vielfalt der Disziplinen: Neben dem Langstreckensport stehen Formel 1, IndyCar, Rallye und Motorrad im Mittelpunkt.
- Erweiterte Sammlung: Über 130 ausgestellte Fahrzeuge, seltene Stücke und zu entdeckende Geschichten.
- Immersion garantiert: Der Besuchergang ist darauf ausgelegt, die Emotionen des Rennens spürbar zu machen.




