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Rallye Japan: Katsutas schwarzer Freitag wirft Fragen auf

Der japanische Fahrer Takamoto Katsuta, der um den WRC-Weltmeistertitel kämpft, erlebte bei seinem Heimrallye einen Albtraum-Freitag. Nach zahlreichen Zwischenfällen schienen seine Siegchancen dahin, was Fragen über Katsutas Umgang mit dem Druck aufwirft.

Der WRC-Zirkus hat selten ein solches Szenario gesehen. Takamoto Katsuta, der als Titelanwärter und mit dem Wunsch, vor heimischem Publikum zu glänzen, zum Rallye Japan antrat, sah sein Rennen bereits auf den ersten Wertungsprüfungen in den Sand gesetzt. Ein schwarzer Tag, der Zweifel an der Fähigkeit des Toyota-Fahrers aufkommen lässt, dem Druck eines Heimspiels standzuhalten.

Ein schwarzer Freitag: Von Plattfuß bis zur kompletten Niederlage

Mit zwei Saisonsiegen im Gepäck und einer führenden Position in der Weltmeisterschaft reiste Takamoto Katsuta in seine Heimat. Doch bereits auf der ersten Prüfung begann das Katastrophenszenario. Ein früher Reifenschaden kostete wertvolle Sekunden. Der K.o.-Schlag folgte auf der nächsten, längsten Prüfung, wo der Toyota-Pilot mit einem harten Reifen, der für die gemischten Bedingungen ungeeignet war, zurechtkommen musste. Ein riskanter Schachzug, der nicht aufging.

Das Pech setzte sich auf der dritten Prüfung fort, als ein Ausflug ins Gras das Duo Katsuta/Johnston fast zur Aufgabe gezwungen hätte. Auch die zweite Schleife brachte für den Lokalmatador keine Besserung. Ein kühner Reifenpoker-Versuch endete in einem bitteren Fehlschlag und ließ ihn am Ende des ersten Tages über eine Minute hinter dem Führenden Elfyn Evans zurückfallen.

„Der schlimmste Tag der Saison“, aber nicht wegen des Drucks?

Angesichts dieses Debakels konnte Takamoto Katsuta die Schäden nur konstatieren. „Schon auf der ersten Prüfung begann es mit einem Plattfuß, dann ging es bergab“, gestand er sichtlich niedergeschlagen. „Ich habe einen weichen Reifen verloren und musste in der zweiten Prüfung, die ziemlich nass war, einen harten Reifen verwenden. Alles lief schief. Leider ist das so und es ist bisher der schlimmste Tag der Saison.“

Rallye Japan: Katsutas schwarzer Freitag wirft Fragen auf

Trotz der offensichtlichen Schwierigkeiten versuchte der japanische Fahrer, den Druck seines heimischen Publikums als Hauptursache für seine Probleme von sich zu weisen. „Natürlich gibt es viel Druck, aber das ist nicht der Grund für das, was heute Morgen passiert ist“, erklärte er. „Es hat klar mit schlechter Kommunikation bei den Notizen zu tun, und das ist der Hauptgrund. Der Druck auf meinen Schultern hat damit nichts zu tun. Der Druck ist immer da, daher glaube ich nicht, dass das das Hauptproblem ist. Es bleiben noch zwei Tage, also muss ich stärker zurückkommen.“ Diese Aussage kann jedoch kaum über die offensichtliche verpatzte Tagesleistung hinwegtäuschen.

Latvala sieht Übermotivation als Ursache

Auf Seiten des Toyota-Managements klingt die Einschätzung etwas anders. Jari-Matti Latvala, Teamchef, spürte die immense Lust seines Fahrers, zu Hause zu gewinnen. „Ich konnte sehen, dass er dieses Jahr zwei Rallyes gewonnen hat und mit dem Wunsch, diese hier mehr als alles andere zu gewinnen, antrat“, beobachtete Latvala. „Ich habe mittags mit ihm gesprochen, und er sagte mir, er habe alles getan, um sich vorzubereiten.“

Für den ehemaligen Fahrer könnte sich diese Übermotivation jedoch gegen Katsuta gewendet haben. „Manchmal fängt man an, zu viel zu wollen, und ich denke, das war hier der Fall. Man ist nicht mehr wirklich entspannt und verliert seine natürliche Fahrweise. Man fängt an, über alles nachzudenken“, analysierte er. Eine Situation, die er selbst in der Vergangenheit erlebt hat, insbesondere bei der Rallye Finnland. „Ich hatte das gleiche Problem in Finnland. Ich habe ihm heute gesagt, dass Juha Kankkunen 10 Jahre gebraucht hat, um die Rallye Finnland zu gewinnen. Man setzt sich vor seiner Heimrallye so unter Druck, bevor man lernt, mit dieser Art von Druck umzugehen. Ich denke, das war heute das Thema.“

Was bleibt von diesem japanischen Tag?

  • Enttäuschende Leistung: Takamoto Katsuta, der als Anwärter galt, lieferte am ersten Tag der Rallye Japan eine schwache Vorstellung ab.
  • Vielfältige Widrigkeiten: Reifenschaden, falsche Reifenwahl, Ausflug ins Aus – eine Ansammlung technischer Probleme und fragwürdiger Entscheidungen.
  • Die Frage des Drucks: Während Katsuta bestreitet, vom Druck seines Publikums beeinflusst worden zu sein, deutet sein Manager auf eine mögliche Übermotivation hin.
  • Ziel: Podiumsplatz zurückerobern: Der japanische Fahrer muss nun Ressourcen finden, um in der Gesamtwertung aufzusteigen und das Beste aus der Situation zu machen.
  • WRC-Meisterschaft neu belebt? Diese negative Leistung könnte seinen Rivalen im Titelkampf zugutekommen.