Vier Monate nach einem Unfall, der ihn von den Rennstrecken ferngehalten hat, kehrt Marc Márquez mit spürbarem Elan zurück auf die Strecke. Am ersten Tag der Tests in Sepang überraschte er alle mit seiner Leistung, doch mit Bedacht geht er an diese neue Etappe heran, sich der physischen Herausforderungen bewusst, die ihn erwarten.

Ein vielversprechendes, aber maßvolles Comeback

Es ist schwer, nicht beeindruckt zu sein von Marc Márquez‘ Rückkehr, besonders nach einer so langen Pause. Schon in den ersten Runden ließ er die Zeit einer Sitzung sprechen, obwohl der amtierende Weltmeister darauf achtet, seine Aussagen zu nuancieren. „Es ist eine Überraschung, aber das ist nicht das Wichtigste. Ich habe am Ende der Sitzung einen neuen Reifen montiert, wie andere Fahrer auch, aber die wahre Leistung misst sich über den gesamten Tag“, erklärte er und zeigte sich realistisch hinsichtlich der Streckenbedingungen.

Seine beeindruckende Leistung ist in Einklang zu bringen mit der Tatsache, dass er sich für eine reduzierte Fahrzeit entschieden hat. Nach einer Abwesenheit weiß er besser als jeder andere, dass er auf sich hören und seine Anstrengungen managen muss. „Ich war heute Morgen super steif und habe mich nachmittags etwas wohler gefühlt“, fügte er hinzu und betonte seine Strategie von kurzen Runs, um übermäßige Ermüdung zu vermeiden. Eine vorsichtige Wahl, die sich langfristig als entscheidend erweisen könnte.

Ziel: 100 % in Thailand sein

Die Tests in Sepang sind nur ein Schritt auf dem Weg zu einem größeren Ziel: in voller Form zum Großen Preis von Thailand zu kommen. „Das ist das Ziel“, bestätigt er und blickt auf die nächsten Etappen. Sein Teammanager, Davide Tardozzi, teilt dieses Gefühl und merkt an, dass Márquez „ziemlich gut von seiner Verletzung genesen“ ist und „sehr nah daran ist, 100 % zu sein“.

Es bleiben noch zwei Testtage, bevor es nach Thailand geht, und Márquez scheint sich der Bedeutung dieses Moments bewusst zu sein. „Ich fühle mich gut für sehr kurze Runs. Ich achte auf meine körperliche Verfassung, denn ich weiß, dass, wenn ich mich nicht gut fühle, die Geschwindigkeit nicht stimmen wird“, erklärt er. Er weiß, dass diese Tests entscheidend sind, um sich auf das Rennen vorzubereiten.

Rückkehr auf die Strecke: Márquez navigiert zwischen Vorsicht und Ehrgeiz

Marc Márquez (Ducati Team)

Momentan begrenzte technische Arbeit

Die Rückkehr von Márquez auf sein Motorrad beschränkt sich nicht nur auf die Geschwindigkeit: Er muss auch seine technischen Referenzen zurückgewinnen. „Nein. Wir hatten einen Plan, aber ich fühlte mich heute Morgen nicht so gut, also habe ich Ducati gebeten, die Morgenstunden für mich zu haben“, gesteht er. Er weiß, dass er, bevor er sich auf die Feinabstimmung seiner Maschine konzentrieren kann, zuerst sein Wohlbefinden auf ihr zurückgewinnen muss.

Dieser erste Tag war also mehr eine Rehabilitation als ein echter Test. „Nachmittags begann ich, mich besser zu fühlen, und wir fingen an, einige Dinge auszuprobieren“, fügte er hinzu. Da der Motor der gleiche wie im letzten Jahr ist, sollte die Anpassung nicht zu viele Probleme bereiten, aber er ist sich bewusst, dass eine gute Dynamik entscheidend für seine Wettbewerbsfähigkeit sein wird.

Ein überlegter Geist

Mit einer reichen Erfahrung im Rücken geht Márquez diese Tests mit einer Weisheit an, die er im Laufe der Saisons erworben hat. „Für mich ist es in Malaysia wie immer: versuchen, in der Spitzengruppe zu sein“, betont er. Dennoch bleibt er realistisch in Bezug auf seine vergangenen Leistungen und die Herausforderungen, die ihn erwarten. „Ich erinnere mich, dass Pecco und Álex hier letztes Jahr viel schneller waren als ich“, erinnert er sich und ist sich bewusst, dass jeder Test eine neue Lerngelegenheit ist.

Márquez scheint sich in einem pragmatischen Ansatz zu bewegen. Für ihn ist die Arbeit, die in Sepang geleistet wurde, grundlegend für seine Vorbereitung, und er beabsichtigt, die notwendigen Anpassungen vorzunehmen, um bei den nächsten Rennen an der Spitze zu sein. „Ich weiß, was ich brauche, um über den gesamten Kalender wettbewerbsfähig zu sein“, schließt er mit ruhiger Überzeugung.

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