Stellen Sie sich vor, Sie sind in den 50er Jahren, einer Zeit, in der Autos wahre Kunstwerke auf Rädern waren. Sie suchen ein neues Auto zu einem erschwinglichen Preis, sagen wir etwa 2000 Dollar. Was bietet Ford mit seinen Modellen Custom und Custom 300 an? Halten Sie sich fest, denn wir werden in die faszinierende Welt dieser amerikanischen Limousinen eintauchen, die ihre Zeit geprägt haben.
Fords Versprechen: ein unschlagbarer Preis
Am Ende der 1950er Jahre verkündet die Werbung von Ford laut und deutlich, dass „Ford das günstigste der drei Modelle im Niedrigpreissegment ist!“ In diesem Kontext ist es interessant zu betrachten, was Sie in Bezug auf „Basistransport“ mit diesen Autos erhalten konnten. Die Ford Custom von 1957 und ihre verbesserte Version, die Custom 300 von 1958, sind zwei Optionen, die unsere Aufmerksamkeit verdienen.
In der Hierarchie der Ford-Modelle stand die Custom 300 ursprünglich über der einfachen Custom im Jahr 1957, aber 1958 wurde sie zum günstigsten Modell der Reihe. Mit einem Grundpreis von 2119 Dollar für die Custom 300, im Vergleich zu 2155 Dollar für die Chevrolet Delray und 2134 Dollar für die Plymouth Plaza, bleibt Fords Status als „niedrigster Preis“ somit bestätigt.

Design: zwischen Einfachheit und Pracht
Die Werbung behauptet, dass „nichts neuer ist als die Ford ’58“, aber seien wir ehrlich, von der Seite betrachtet sehen sie sich sehr ähnlich. Die Ford Custom von 1957 zeichnet sich durch ihre klassische Einfachheit aus, während die Custom 300 von 1958 mutiger mit ihren Doppelscheinwerfern, dem Waben-Kühlergrill, der Power-Flow-Haube und den Slipstream-Dachrillen auftritt. Ein wahrer Hauch von Automobil-Jazz!
Die ikonischen runden Rücklichter von Ford wurden durch Safety-Twin-Rücklichter ersetzt, was eine visuelle Harmonie mit den neuen Scheinwerfern schafft. Im Innenraum teilen sich die Armaturenbretter beider Modelle Ähnlichkeiten, aber das Modell ’58 zeigt mehr glänzendes Chrom, das ins Auge fällt.

Die Motoren: diskrete Leistung
Sowohl die Ford Custom von 1957 als auch die Custom 300 von 1958 sind mit einem Sechszylinder-Motor ausgestattet. Obwohl zwei V8-Motoren ihnen eine schöne Leistung hätten verleihen können, bieten diese Sechszylinder eine bemerkenswerte Kraftstoffersparnis und eine vereinfachte Wartung. In einer Zeit, in der jeder Tropfen Kraftstoff zählt, erfüllen diese Modelle die Erwartungen pragmatischer Käufer.

Ein wenig Geschichte
1957: Diese wunderschöne Ford Custom gehört Steve Schmidt, einem Enthusiasten aus New Jersey. Laut seinen Angaben begann das Auto sein Leben im Mittleren Westen, bevor es auf einem Gebrauchtwagenplatz in Englewood, NJ, landete. 1959 von einem Paar erworben, wurde es bis zum Tod des Mannes im Jahr 1970 sorgfältig gepflegt. Nach einem langen Schlaf in einer Garage erweckte Steve diese Schönheit im Dezember 2017 wieder zum Leben, mit dem Ziel, sie so original wie möglich zu halten.

1958: Die Custom 300 wurde neu von Louis Galtieri in Garfield, NJ, gekauft. Dieses Modell hatte eine Karriere innerhalb des Familienunternehmens, bevor es an seinen Sohn weitergegeben wurde. Derzeit kümmert sich Stephen Pellegrino um dieses Auto und bemüht sich ebenfalls, seine Originalität zu bewahren.

Fahrbericht: eine Zeitreise
Ihr bescheidener Diener hatte das Vergnügen, die Custom 300 von 1958 auszuprobieren. Obwohl es vernünftig ist anzunehmen, dass die Fahreigenschaften beider Modelle vergleichbar sind, ist das Fahrerlebnis besonders angenehm. Der Motor erzeugt ein leichtes Brummen bei Beschleunigungen, bleibt aber bei konstanter Geschwindigkeit recht leise. Sicher, der zeitgenössische Sechszylinder-Motor von Chevrolet erweist sich als sanfter und diskreter.
Die Fordomatic-Übertragung beginnt in der Regel im zweiten Gang und bietet einen sanften Anstieg bis zum dritten. Die „Master Guide“-Servolenkung, kombiniert mit der neuen „Magic Circle“-Lenkung, ermöglicht eine mühelose Handhabung ohne zu viel Neigung in engen Kurven. Das verleiht dieser amerikanischen Limousine fast einen europäischen Eindruck.

Obwohl die Ford ’57 und ’58 als relativ niedrig gelten, bleibt die Sitzposition aufrecht, wodurch das unangenehme Gefühl, am Boden zu sitzen, das einige neuere Modelle charakterisiert, vermieden wird. Der Komfort der Federung sorgt für eine angenehme Festigkeit, ohne zu steif zu sein.
Allerdings wird die Sicht manchmal durch die Höhe der Windschutzscheibe beeinträchtigt, was die Beobachtung der hängenden Ampeln erschwert. Dennoch vermittelt der Blick auf die skulptierte Haube mit ihren Verzierungen ein beruhigendes Gefühl während der Fahrten.
Eine prekäre Langlebigkeit
Was faszinierend ist, ist, dass diese beiden Exemplare bis heute überlebt haben. In einer Zeit, in der viele Fahrzeuge rosten oder in Vergessenheit geraten, ist es erstaunlich, dass diese Limousinen Abnehmer gefunden haben. Ford produzierte 192.775 Custom im Jahr 1957 und 340.871 Custom 300 im Jahr 1958; wenn nur 1 % von ihnen überlebt hat, entspricht das etwa fünftausend Autos. Eine Zahl, die bereits optimistisch erscheint angesichts des aktuellen Marktstatus.
Zusammenfassend sind diese amerikanischen Limousinen weit mehr als nur Autos; sie sind Zeugen einer vergangenen Ära, in der jeder gefahrene Kilometer ein Abenteuer war. Also, wann haben Sie das letzte Mal eines von ihnen gesehen?







