Nach dem Überfall auf einen Juwelier in Herzogenaurach hat die Polizei nun auch den zweiten mutmaßlichen Täter festgenommen. Damit ist die Fahndung nach der Tat vom Dienstagvormittag vorerst abgeschlossen, während die Ermittlungen der Kriminalpolizei Erlangen weiterlaufen.
Der Fall zeigt vor allem, wie schnell die Einsatzkräfte nach dem Notruf reagierten: Ein Verdächtiger wurde unmittelbar nach der Tat gestellt, der zweite erst Stunden später bei einem weiteren Zugriff. Entscheidend war dabei offenbar ein in Tatortnähe versteckter Teil der Beute.
Zwei maskierte Männer betraten gegen 10:00 Uhr das Geschäft
Nach Angaben der Polizei hatte ein aufmerksamer Zeuge gegen 10:00 Uhr den Notruf gewählt, nachdem zwei maskierte Männer einen Juwelier in der Hauptstraße in Herzogenaurach betreten hatten. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand setzten die Täter Pfefferspray gegen zwei Angestellte ein.
Anschließend verließen sie das Geschäft mit Bargeld und Schmuck. Angaben zur genauen Höhe der Beute oder zum Wert der entwendeten Gegenstände machten die Behörden bislang nicht.
Erster Tatverdächtiger wurde noch im Nahbereich festgenommen
Beamte der Polizeiinspektion Herzogenaurach nahmen kurz nach dem Überfall im näheren Umfeld des Tatorts einen 31-jährigen Litauer fest. Die Festnahme erfolgte unter Vorhalt der Dienstwaffe, verlief laut Polizei aber widerstandslos.
Bei der Durchsuchung stellten die Einsatzkräfte Pfefferspray und mutmaßliches Diebesgut sicher. Das ist für die Ermittler wichtig, weil sich damit die ersten Verdachtsmomente unmittelbar mit Beweismitteln untermauern lassen.
Großfahndung mit Hubschrauber führte zunächst nicht zum zweiten Mann
Parallel zur ersten Festnahme liefen umfangreiche Fahndungsmaßnahmen nach dem zweiten Täter. Nach Polizeiangaben war dieser in Richtung „An der Schütt“ geflüchtet und dort zuletzt gesehen worden.
An der Suche beteiligten sich neben mehreren Streifen auch ein Diensthundeführer sowie ein Hubschrauber der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Trotz des Aufwands blieb der zweite Verdächtige zunächst verschwunden. Das zeigt auch die Grenze selbst breit angelegter Fahndungen im unmittelbaren Anschluss an eine Tat.
Versteckter Teil der Beute wurde zum entscheidenden Ansatzpunkt
Im Verlauf der Fahndung entdeckten die Beamten einen Teil der Beute, der in der Nähe des Tatorts versteckt worden war. Genau dieser Fund wurde später offenbar zum Schlüssel für den zweiten Zugriff.
Am Dienstagabend gegen 18:15 Uhr kehrte laut Polizei der bis dahin unbekannte Täter zurück, um die versteckten Gegenstände abzuholen. In diesem Moment nahmen die Einsatzkräfte einen 26-jährigen Litauer fest. Weitere Details zum Zugriff nannten die Behörden bislang nicht.
Staatsanwaltschaft beantragt für beide Männer Haft
Der bereits am Vormittag festgenommene 31-Jährige wurde zur Dienststelle gebracht und dort erkennungsdienstlich behandelt. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte anschließend Haftantrag.
Nach der Festnahme des 26-Jährigen wurde auch gegen ihn Haftantrag gestellt. Beide Beschuldigten sollen dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der über die Haftfrage entscheidet. Damit verlagert sich der Fall nun von der akuten Fahndung in die weitere strafrechtliche Aufarbeitung.
Was bislang feststeht und was noch offen ist
- Der Überfall ereignete sich am Dienstagvormittag, 21.04.2026, in der Hauptstraße in Herzogenaurach.
- Zwei maskierte Männer sollen Pfefferspray gegen zwei Angestellte eingesetzt haben.
- Ein 31-jähriger Litauer wurde kurz nach der Tat festgenommen.
- Ein 26-jähriger Litauer wurde am Dienstagabend bei einem weiteren Zugriff festgenommen.
- Die Kriminalpolizei Erlangen hat die weiteren Ermittlungen übernommen.
- Offen bleiben bislang unter anderem die genaue Beutehöhe und weitere Details zum Tatablauf.
