Trotz einer noch nicht vollständig auskurierten Schulter hat Marc Márquez im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn einmal mehr sein Ausnahmetalent unter Beweis gestellt und sich die Pole Position gesichert. Seine Leistung, die von einem frühen Sturz überschattet wurde, prägte eine intensive Qualifikation und lässt ein vielversprechendes Rennen erwarten.
MotoGP: Quartararo und Favoriten kämpfen in Q1
Schon zu Beginn des Qualifyings im Balaton Park herrschte Unsicherheit. Marc Márquez, noch in der Erholungsphase nach seiner Schulteroperation, hatte im Vorfeld bereits erklärt, dass man ihn im Rennen nicht zu den Favoriten zählen solle. Seine Fähigkeit, auf eine schnelle Runde zu glänzen, blieb jedoch unbestritten. Die Q1-Sitzung bestätigte diesen Eindruck: Fabio Quartararo, im freien Training noch stark, tat sich schwer, seinen Rhythmus zu finden. Die vom Freitag an als schwierig beschriebenen Grip-Verhältnisse trugen nicht zur Verbesserung der Lage bei. Pecco Bagnaia, einer der Top-Favoriten, geriet ebenfalls unter Druck, während die KTM-Fahrer – mit Ausnahme von Pedro Acosta – ebenfalls nicht ihre Bestform zeigten. Letztlich sicherten sich Luca Marini und Enea Bastianini ihre Tickets für Q2 und ließen Quartararo sowie andere Anwärter auf weniger vorteilhafte Startplätze zurück.
Der Sturz, der Márquez nicht aufhält
Die Q2-Sitzung begann furios, wenn auch nicht wie erwartet. Marc Márquez verlor bereits in seiner ersten schnellen Runde in Kurve eins, einer berüchtigten und tückischen Stelle des ungarischen Kurses, das Vorderrad. Kurz darauf ereilte Fabio Di Giannantonio dasselbe Schicksal in derselben Kurve. Diese Zwischenfälle sorgten für vorübergehende Verwirrung, reichten aber nicht aus, um die entschlossensten Fahrer aus dem Konzept zu bringen.
Acosta und Di Giannantonio: Die ersten Verfolger
In diesem Szenario übernahm Pedro Acosta, der bereits im freien Training beeindruckt hatte, schnell die Führung. Das junge KTM-Wunderkind zeigte eine konstante Pace und ließ seine Konkurrenten um mehrere Zehntel hinter sich. Fabio Di Giannantonio konnte trotz seines Sturzes reagieren und sich in Lauerstellung bringen, indem er vielversprechende Zeiten fuhr. Die beiden dominierten den ersten Teil der Sitzung und zeigten, dass sie ernsthafte Anwärter sein würden.
Márquez: Die Rückkehr an die Spitze
Doch die Widerstandsfähigkeit von Marc Márquez war nicht zu unterschätzen. Nach seinem Sturz bewies der mehrfache Weltmeister beeindruckende Kontrolle, kehrte auf die Strecke zurück und fuhr atemberaubende Zeiten. Zuerst verdrängte er Acosta von der Spitzenposition, bevor er mit einer meisterhaften letzten Runde seine Pole Position festigte. Seine Fähigkeit, seine physischen Grenzen zu überwinden, um die Pole vor einem entschlossenen Pedro Acosta und einem starken Fermín Aldeguer zu erobern, ist ein perfektes Beispiel für seinen eisernen Willen.
Das Endergebnis von Q2
Am Ende sicherte sich Marc Márquez die Pole Position vor Pedro Acosta und Fermín Aldeguer. Fabio Di Giannantonio belegt den vierten Platz, knapp vor Pecco Bagnaia und Marco Bezzecchi. Die Fahrer der VR46 Riders Academy finden sich somit trotz ihrer Q2-Qualifikation auf der dritten Startreihe wieder. Raúl Fernández, Jorge Martín und Luca Marini komplettieren die Top 10, während Ai Ogura, Diogo Moreira und Jack Miller diese Qualifikationssitzung abschließen.
Was man vom Großen Preis von Ungarn mitnehmen muss
- Pole Position: Marc Márquez bestätigt seine gute Form, trotz körperlicher Einschränkungen.
- Erste Reihe: Pedro Acosta und Fermín Aldeguer beweisen ihr Potenzial für das Rennen.
- Rennen: Strategie und Reifenmanagement werden angesichts der Grip-Verhältnisse entscheidend sein.
- Herausforderer: Bagnaia, Bezzecchi und Di Giannantonio werden bestrebt sein, im Klassement aufzusteigen.
- Yamaha: Fabio Quartararo wird kämpfen müssen, um wichtige Punkte zu erzielen.




