Formel 1

Ferrari setzt auf ADUO, um aufzuholen

Während die Formel-1-Saison 2026 Gestalt annimmt, befindet sich Ferrari in einer heiklen Lage. Mit hohen Erwartungen und harter Konkurrenz hofft die Scuderia, von den „zusätzlichen Entwicklungs- und Aufrüstungsmöglichkeiten“ (ADUO) zu profitieren, um ein erhebliches Leistungsdefizit im Vergleich zu Mercedes auszugleichen. Das Urteil der FIA über die ADUO steht kurz bevor, aber welche Auswirkungen wird das tatsächlich auf die Ambitionen von Maranello haben?

Eine strategische Erwartung

Derzeit hat Ferrari von der FIA keine Bestätigung bezüglich der Nutzung der ADUO erhalten. Letztere stellt erlaubte Entwicklungen dar, die durch die Vorschriften genehmigt sind, um ein Leistungsdefizit auszugleichen. Die Scuderia, wie alle anderen in der F1 engagierten Motorenhersteller, muss warten, bis eine Rangliste der thermischen Motoren erstellt wird, die nach dem Großen Preis von Miami, dem vierten Rennen der Saison, vorgesehen ist.

Die Vorschriften für 2026 rund um die ADUO sehen vor, dass die Meisterschaft in drei Phasen unterteilt wird, um die Konvergenz der zurückliegenden Motorenhersteller zu fördern. Eine Bewertung der V6-Motoren ist daher bei den 6., 12. und 18. Großen Preisen geplant. Dies wird es den Teams ermöglichen, Eingriffe vorzunehmen, um das angesammelte Defizit durch Entwicklungen zu verringern, die durch ein zusätzliches Budget über die üblichen Ausgabenobergrenzen finanziert werden können.

Obwohl die Streichung von zwei Rennen – den Großen Preisen von Bahrain und Saudi-Arabien – diesen Bewertungszeitplan nicht beeinflusst, ist es für Ferrari entscheidend, im Rennen zu bleiben. Tatsächlich werden wir nach Miami wissen, welche Teams von der ADUO profitieren werden.

Ferrari setzt auf ADUO, um aufzuholen

Charles Leclerc mit den Ingenieuren von Ferrari.

Eine besorgniserregende Lücke

Mercedes wird derzeit als Maßstab für Leistung angesehen. Für Ferrari ist die Herausforderung klar: eine potenzielle Lücke von bis zu 25 PS im Vergleich zum Mercedes M17 E Performance-Motor zu schließen. Diese Situation zwingt die sportliche Leitung des italienischen Teams, um den Zugang zu den durch die ADUO erlaubten Entwicklungen zu kämpfen.

Es ist nicht überraschend, dass das von Enrico Gualtieri geleitete Team begonnen hat, die ersten Modifikationen in dieser Hinsicht zu entwickeln. Die Ingenieure, die für die Entwicklung des thermischen Motors verantwortlich sind, Davide Mazzoni und Guido de Paola, scheinen entschlossen zu sein, Zeit zu gewinnen und ein Set von Entwicklungen vorzubereiten, das den Zugang zur ADUO 1 sicherstellen kann.

Die Vorschriften erlauben zwei Eingriffslevel: Der erste gilt, wenn der Leistungsunterschied zum Führenden 2 % übersteigt (ADUO 1), während der zweite ausgelöst wird, wenn die Lücke 4 % übersteigt (ADUO 2).

Nach den von Motorsport.com gesammelten Daten liefert der Mercedes-Motor zwischen 550 und 560 PS. Das bedeutet klar, dass eine Lücke von 11 PS ausreichen würde, um die ADUO 1 zu aktivieren. Angesichts des geschätzten Defizits von 20 bis 25 PS für Ferrari wäre es nicht überraschend, wenn das Team auch die ADUO 2 anstrebt.

Hat Ferrari sein Spiel verborgen?

Ferrari setzt auf ADUO, um aufzuholen

Lewis Hamilton und Charles Leclerc beim GP von Japan 2026 in Suzuka.

Die aktuelle Situation ist nicht nur technisch, sondern auch politisch. Tatsächlich vermuten einige Beobachter, dass die Scuderia einen Teil ihres Potenzials während der ersten drei Großen Preise verborgen hat, um von der Dominanz von Mercedes zu profitieren. Diese Gerüchte deuten darauf hin, dass Ferrari möglicherweise entschieden hat, nicht die gesamte Leistung auszuschöpfen, um für die ADUO 2 berechtigt zu sein.

In der Zwischenzeit scheinen Ferrari, Audi und Honda bereit zu sein, auf die ADUO 1 zuzugreifen, aber es bestehen Unsicherheiten bezüglich des Red Bull Ford DM01-Motors, dessen Leistung besser ist als erwartet. Die Scuderia bemüht sich daher, so schnell wie möglich bereit zu sein, da diese Änderungen in den zweiten der drei pro Saison erlaubten Motoren integriert werden müssen.

Auf dem Weg zu einem entscheidenden Wechsel

Die für 2026 konzipierten Motoreneinheiten sollen acht Rennen von den 24 im Kalender vorgesehenen überstehen. Ein Wechsel könnte für den Großen Preis von Österreich am Red Bull Ring am 28. Juni geplant werden. Dies würde mit der Lebensdauer des Motors zusammenfallen, die zu Beginn der Saison begann. Im Gegensatz dazu scheint es jedoch unwahrscheinlich, dass die Änderungen für den Großen Preis von Spanien in Barcelona bereit sind, wo die Entwicklungen theoretisch umgesetzt werden könnten.

Zusammenfassung

  • Ferrari wartet immer noch auf das grüne Licht für die ADUO.
  • Signifikante Unterschiede zu Mercedes drängen zum schnellen Handeln.
  • Die technische Bewertung nach Miami wird die zukünftigen Möglichkeiten bestimmen.
  • Es kursieren Gerüchte über eine mögliche Leistungsverschleierung durch Ferrari.
  • Die Motorenänderungen müssen im Kalender sorgfältig geplant werden.

Für Ferrari hängt jetzt alles von dieser entscheidenden Gelegenheit ab, die die ADUO darstellt. Wenn es der Scuderia gelingt, von diesen Entwicklungen zu profitieren, könnte sie nicht nur ihren Rückstand aufholen, sondern auch ihre Ambitionen in einer Saison neu positionieren, die von intensiver Konkurrenz geprägt ist. Fortsetzung folgt…