Nach einem vielversprechenden Saisonstart verliert das Haas F1 Team im Konstrukteursklassement an Boden. Grund dafür ist eine scheinbar stagnierende Entwicklung im Vergleich zu einem stark aufholenden Alpine, das seine Schwächen behoben hat und im Mittelfeld wieder mitmischt.

Formel 1: Ein ewiger Wettlauf der Entwicklung
Die Formel 1 ist ein gnadenloser Sport, bei dem jeder Fehler teuer zu stehen kommen kann. Nach dem Großen Preis von Japan belegte Haas noch den respektablen vierten Platz in der Konstrukteurswertung, mit zwei Punkten Vorsprung auf Alpine. Diese erfreuliche Bilanz trübte sich jedoch am Miami-Wochenende schnell ein. Eine durchwachsene Leistung des amerikanischen Teams, das nun die französisch-britische Mannschaft ziehen lassen muss, die durch einen Punkt im Sprintrennen und den siebten Platz von Franco Colapinto am Sonntag gestärkt wurde.

Alpine: Die Updates zünden
Der sich vergrößernde Abstand erklärt sich maßgeblich durch die Effektivität der Weiterentwicklungen beider Teams. Während Haas in Miami nur eine geringfügige Änderung einführen konnte – ein kleines Zusatzteil am Diffusorflügel –, präsentierte Alpine ein ganzes Paket an aerodynamischen Modifikationen. Der A524, der Mühe hatte, seinen Rhythmus zu finden, insbesondere in schnellen Kurven, scheint zu neuer Form aufzulaufen. Insbesondere Pierre Gasly gelang es, den Boliden zu beherrschen, vor allem dank verfeinerter Abstimmungen und einer Anpassung seines Fahrstils.
Haas: Ein stagnierendes Tempo gibt Anlass zur Sorge
Auf der Strecke spiegelte sich dieser Unterschied in einer Annäherung von Haas an Williams wider, das ebenfalls Verbesserungen erfahren hat. Haas-Fahrer Oliver Bearman gab zu, dass er ohne einen verpatzten Undercut gegen Alexander Albon den zehnten Platz hätte halten können, obwohl er nach den Boxenstopps mit dem Thailänder kämpfte. Der Brite räumte einen Mangel an Tempo ein, um eine bessere Leistung zu erwarten. Hatte Haas in den ersten drei Rennen noch mit Alpine mithalten können, so wecken die Weiterentwicklungen des A524 im amerikanischen Lager berechtigte Sorgen. Alpine hat es geschafft, eine seiner Hauptschwächen zu beheben – eine Leistung, die Haas schnell wiederholen möchte.
Die Probleme des A524: Eine Rückkehr der Vergangenheit?
Das Hauptproblem des Alpine lag in der Stabilität der Vorderachse in schnellen Kurven. Eine Schwierigkeit, die in Melbourne und Suzuka zu durchwachsenen Leistungen geführt hatte, die das Team nun aber überwunden zu haben scheint. Der Bolide zeigte sich in China, einer Strecke mit geringen Anforderungen an schnelle Kurven, leistungsfähiger. Auch wenn sich die langgezogenen Kurven am Ende verengten, zeigte die Front des Autos eine bessere Haftung, was Gasly erlaubte, die Situation auszunutzen. Für den weniger erfahrenen Colapinto gestaltete sich die Aufgabe komplexer, was die Lücke zu seinem Teamkollegen vergrößerte.
Miami: Ein brutales Erwachen für Haas
In Miami schien das Problem der Vorderachse gelöst: Beide Alpine erreichten Q3, wobei Colapinto Gasly im Qualifying schlug. Das Programm von Alpine im Q1 mit nur einem Reifensatz könnte Haas jedoch ein falsches Gefühl der Sicherheit gegeben haben. Bearman, schneller als Colapinto im Q1, sah seinen Teamkollegen Ocon vor Gasly. Doch die wahre Leistung von Alpine zeigte sich im Q2, wo Haas seinen Tag vorzeitig beenden musste. Bearman lag eine halbe Sekunde hinter Gasly, ein signifikanter Abstand, der die Aufholjagd der Franzosen bestätigt.
Hoffnung auf Montreal für Haas
Trotz dieser Rückschläge hofft Haas, den Rückstand aufholen zu können. Eine Reihe von Weiterentwicklungen wird für den Großen Preis von Kanada in Montreal erwartet. Zwar weist der VF-26 keine gravierenden Schwächen auf, doch ihm fehlt es an allgemeinem aerodynamischem Abtrieb, was ihn daran hindert, regelmäßig in Q3 einzuziehen. Es fehlen noch drei bis vier Zehntel, um dieses Ziel zu erreichen. Die schwierigen Wetterbedingungen in Miami haben ebenfalls die Leistung von Haas beeinträchtigt, doch die kühleren Temperaturen in Montreal könnten eine neue Chance bieten, mit Alpine zu konkurrieren.
Haas und die Zukunft im Blick
Alpine scheint mit fortschreitender Saison an Stärke zu gewinnen und verstärkt die Strategie, die Saison 2025 zu opfern, um sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Haas hat daher allen Grund, sich Sorgen zu machen, dass das „Team Enstone“ die Oberhand gewinnt. Das amerikanische Team muss diese Sorge jedoch in seine eigene Entwicklung lenken und hoffen, dass die kommenden Weiterentwicklungen es ihm ermöglichen, Konkurrenten wie Williams, Racing Bulls und Audi hinter sich zu lassen und seinen Platz im Mittelfeld zu festigen.
- Alpine hat seine Probleme in schnellen Kurven dank neuer Entwicklungen behoben.
- Haas führte in Miami nur eine geringfügige Änderung ein und stagniert in der Entwicklung.
- Das Tempo im Qualifying war für Haas in Miami enttäuschend, während Alpine sein Potenzial zeigte.
- Oliver Bearman bemängelt ein allgemeines Tempolimit und Boxenstopp-Strategien, die Haas benachteiligt haben.
- Neue Entwicklungen werden für Haas in Montreal erwartet, in der Hoffnung, wieder Anschluss an das Mittelfeld zu finden.
- Alpine scheint einen strategischen Vorteil errungen zu haben, indem es sich auf die aktuelle Saison konzentriert.
[dans les virages]
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