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MotoGP 2027: Ezpeleta zuversichtlich trotz Spannungen mit Herstellern

Während die kommerziellen Verhandlungen zwischen der MotoGP und den Herstellern sich hinziehen, bleibt Carmelo Ezpeleta optimistisch. Der Chef der Königsklasse betont, dass die Fabrikteams bereits ihre Motorräder für 2027 entwickelt und Fahrer unter Vertrag genommen haben – ein klares Zeichen für den bevorstehenden Deal.

Ein sich wandelndes Königreich

Bei der Präsentation des Katalonien-GPs im prachtvollen Rahmen des UNESCO-Weltkulturerbes Hospital Sant Pau in Barcelona zog Carmelo Ezpeleta eine positive Bilanz der jüngsten Entwicklungen in der MotoGP. „Die Partnerschaft mit Liberty Media war ein echter Wendepunkt für uns“, erklärt der CEO von MotoGP SEG (ehemals Dorna Sports). „Das Unternehmen verändert sich grundlegend, auch wenn dies von außen noch nicht sichtbar ist.“

Der seit 1992 für die Serie Verantwortliche unterstreicht die wachsende Attraktivität: „Das Interesse ist enorm, sowohl seitens der Investoren als auch der Städte, die Rennen ausrichten wollen. Wir könnten problemlos 27 Veranstaltungen pro Jahr organisieren.“

Der schwierige Weg zum Vertrag

Doch hinter dieser Erfolgsgeschichte lauert ein altbekanntes Problem: Die Vertragsverhandlungen mit den Herstellern für den Zyklus 2027-2031. Nach fast einem Jahr Gesprächen gibt es noch keine Einigung. Beim Spanien-GP eskalierte die Situation sogar – Fabrikvertreter boykottierten ein offizielles Dinner mit Liberty Media.

Angesichts der Blockade änderte MotoGP SEG die Taktik: „Wir verhandeln jetzt individuell mit jedem Hersteller“, so Ezpeleta. Eine Methode, die seiner Meinung nach schneller zum Ziel führen wird.

MotoGP 2027: Ezpeleta zuversichtlich trotz Spannungen mit Herstellern

Carmelo Ezpeleta während der Vorstellung des Katalonien-GPs in Barcelona.

Hersteller längst in Startposition

Trotz aller Differenzen bleibt der MotoGP-Chef zuversichtlich: „Ich mag keine Leute, die sich weigern, über Verträge zu sprechen. Wir diskutieren, um sie zu respektieren. Und wir werden eine Lösung finden, da bin ich sicher.“

Sein stärkstes Argument: Die Hersteller haben bereits Fakten für 2027 geschaffen. „Sie haben die Motorräder gebaut und ihre Fahrer verpflichtet“, betont er – ein deutliches Signal, dass die Fabrikteams fest zur Serie stehen.

Unklarer Saisonstart 2027

Auf Nachfragen zum Saisonauftakt 2027 reagiert Ezpeleta ausweichend: „Wir wissen noch nicht, wo das erste Rennen stattfinden wird. Sobald es bestätigt ist, werden wir es bekanntgeben.“ Ein rätselhaftes Lächeln begleitet diese Aussage – Spekulationen über mögliche Überraschungen im Kalender sind damit programmiert.

Ebenso wenig will sich der CEO auf eine Deadline bis zum Frankreich-GP festlegen, wie Gerüchte behaupten. „Es gibt keinen festen Zeitrahmen“, lautet seine knappe Antwort.

Wohin steuert die MotoGP?

Jenseits der Vertragsquerelen skizziert Carmelo Ezpeleta die Zukunft der Serie:

  • Steigende Anziehungskraft für Investoren und Gastgeberstädte
  • Eine komplexe, aber notwendige Partnerschaft mit den Herstellern
  • Ein möglicherweise noch umfangreicherer Rennkalender
  • Der Einfluss von Liberty Media als neuem strategischen Partner

Die aktuellen Verhandlungen zeigen zwar typische Spannungen des Motorsports, belegen aber auch die Dynamik einer Serie, die weiterhin fasziniert. Die Frage bleibt, wie die Beteiligten ihre Interessen ausbalancieren, um gemeinsam das nächste Kapitel der MotoGP-Geschichte zu schreiben.