Der Cadillac Eldorado von 1970, ein wahres Symbol des amerikanischen Luxus, vereint Kraft und Prestige in einer ikonischen Silhouette. Doch ein denkwürdiges Foto dieser majestätischen Limousine, die vor einem Wechselbüro parkt, stellt das Bild des Elitismus in Frage, das sie umgibt. Wie kommt es, dass ein so begehrtes Auto in einer solchen Kulisse landet?


Ein ungleicher Statussymbol
Der Cadillac Eldorado wurde immer als eines der Flaggschiffe der amerikanischen Luxusautos wahrgenommen. Ende der 60er Jahre repräsentiert er den Höhepunkt der automobilen Raffinesse und zieht die Aufmerksamkeit nicht nur der Reichen, sondern auch derjenigen an, die nach einem bestimmten Status streben. Als das Magazin Car and Driver im April 1970 seinen Test veröffentlicht, ist Cadillac noch nicht der Titan, der es in den 70er Jahren werden wird, aber es erlebt einen fulminanten Erfolg mit 266.798 produzierten Einheiten im Jahr 1969 – mehr als AMC oder sogar Chrysler und Imperial zusammen.

Eine vielfältige Kundschaft
Dieser Erfolg beschränkt sich nicht auf wohlhabende Kunden. Wie Car and Driver schreibt, ist der Cadillac-Fuhrpark ebenso vielfältig wie die amerikanische Gesellschaft selbst. Cadillacs finden sich sowohl auf den Parkplätzen von Fabriken als auch in den wohlhabenden Vierteln. „Eine Cadillac zu besitzen ist nicht nur ein Symbol des Erfolgs, es ist der Erfolg selbst“, behaupten die Journalisten. So zögern Arbeiterfamilien nicht, ihre Ersparnisse zu opfern, um einen Eldorado in ihrer Einfahrt zu parken.


Ein Preis, der zum Nachdenken anregt
Mit einem Listenpreis von 9.003,60 Dollar im Jahr 1970, was heute über 83.500 Dollar entspricht, ist der Eldorado kein Auto für jedermann. Dennoch sind viele Käufer, selbst solche mit bescheidenem Einkommen, bereit, Opfer zu bringen, um ihren amerikanischen Traum zu verwirklichen. Ein Händler in Los Angeles erzählt die Geschichte eines Paares von Sanitätern, das es geschafft hat, ihren Eldorado zu erwerben, trotz eines Kredits von 1.626 Dollar, der einen erheblichen Teil ihres Einkommens ausmachte. Dieses Phänomen verdeutlicht die Besessenheit für den sozialen Status, der mit der Marke verbunden ist.


Beeindruckendes Design und Leistung
Der Eldorado, Mitglied der Fleetwood-Serie, ist das schönste Modell von Cadillac. Obwohl er 1968 seine versenkbaren Scheinwerfer verloren hat, behält er eine majestätische und imposante Erscheinung. 1970 wird der Motor auf einen V8 mit 500 Kubikzoll (8,2 Liter) umgestellt, was ihn zum größten Motor eines Tourenwagens der Welt macht. Mit einer angegebenen Leistung von 400 PS und einem Drehmoment von 550 lb-ft verspricht er solide Leistungen. Dennoch, mit einem Gewicht von fast 2.220 kg, merkt das Magazin an, dass „der Eldorado eher joggt als rennt“. Die Tests zeigen einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 9,6 Sekunden, was für die damalige Zeit respektabel war, aber im Vergleich zu modernen Standards weniger beeindruckend ist.


Unbestreitbarer Komfort
In Bezug auf den Komfort enttäuscht der Eldorado nicht. Die Fahrt ist sanft, gut gefedert, und das Auto bietet eine bemerkenswerte Geräuschisolierung. Ausgestattet mit fast allen verfügbaren Optionen der damaligen Zeit, einschließlich automatischer Klimaanlage, zielt der Eldorado darauf ab, ein außergewöhnliches Fahrerlebnis zu bieten. Dennoch ärgert sich das Magazin über die Auswahl an Optionen, die à la carte angeboten werden, und hebt hervor, dass selbst die Weißwandreifen separat berechnet werden.
Ein sozialer Paradoxon
Trotz seiner unbestreitbaren Qualitäten bleibt die Wahrnehmung des Eldorado komplex. Car and Driver stellt fest, dass für viele die Bedeutung mehr im Bild als in der Substanz liegt. „Das Wesentliche ist, wie es aussieht – sein Image“, schreibt das Magazin. Dieses Paradoxon wird durch die positive Aufnahme des Eldorado in so unterschiedlichen Vierteln wie Beverly Hills und Watts veranschaulicht. Dieses Modell zieht sowohl Prominente als auch diejenigen an, die nach einem wohlhabenderen Lebensstil streben.

Eine sinkende Popularität
Ende der 70er Jahre erreicht die Produktion mit 350.761 verkauften Einheiten im Jahr 1978 ihren Höhepunkt. Doch die Ölkrise von 1979 stoppt diesen Aufstieg abrupt. Cadillacs werden allmählich seltener in den Einfahrten der Mittelschicht und werden zu Erinnerungen an vergangene Zeiten. Zu Beginn der 2000er Jahre, als ich diesen Test in einer Sammlung von Car and Driver entdecke, ist klar, dass der Ruf von Cadillac gelitten hat. Die Eldorado-Modelle, obwohl weniger sichtbar in wohlhabenden Kreisen, fahren weiterhin in bescheidenen Vierteln und sind Zeugen einer Zeit, in der der Besitz eines Cadillacs gleichbedeutend mit Erfolg war.
Fazit: ein nachhaltiges Erbe
Der Cadillac Eldorado von 1970 verkörpert ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte des amerikanischen Automobils. Er vereint Luxus, Leistung und einen begehrten sozialen Status und fasziniert weiterhin Liebhaber und Sammler. Der Kontrast zwischen seinem Image und seiner sozialen Realität unterstreicht die Komplexität des amerikanischen Traums in einer Zeit, in der Luxus oft mit Opfern verbunden war. Letztendlich bleibt der Eldorado nicht nur ein ikonisches Fahrzeug, sondern auch ein Symbol für amerikanische Bestrebungen.













